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  #161  
Alt 19.02.2010, 19:27
Shen Dao Shen Dao ist offline
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Kampfkunst: Judo
 
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Ich kopiere das mal hier rüber, weil ich das in der Vorbereitung auf einen Kampf für elementar halte:





Was ich vor dem Kampf mache:

Ich leere meinen HerzGeist (Xin).
Das ist eine Haltung, die zu Stille und Klarheit führt.
Stille und Klarheit führt zu Taugen und Können.



Der Handwerker Chui

zeichnete freihändig so genau, als benutzte er Zirkel und Dreieck.
Seine Finger folgten den Entwicklungen und Veränderungen der Dinge (wu hua),
[sie gingen mit ihnen mit und passten sich ihrem Verlauf an].

Warum?

Chui gebrauchte seinen HerzGeist (xin, sein Bewusstsein) nicht um zu prüfen.

Darum blieb sein geistiger Ruhepol (ling tai) einheitlich (yi) und war nicht gefesselt (bu zhi).















Enso



Aus dem Zhuangzi: Das Leben verwirklichen, Kapitel 13





Wer sich näher damit auseinandersetzen möchte, kann auch das hier lesen:


Das Fasten des Herzens



Schöne Grüsse,



.

Geändert von Shen Dao (19.02.2010 um 19:30 Uhr).
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  #162  
Alt 19.02.2010, 19:38
suifeng suifeng ist offline
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Shen,

was heißt, HerzGeist leeren? Wie muss ich mir das vorstellen? Was tust du dafür?

Warum muss ich noch kämpfen, wenn ich es geschafft habe, dieses zu leeren? Wobei sich letztere Frage evtl. erübrigt, wenn ich weiß, was du meinst !

Grüße
Nic
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  #163  
Alt 19.02.2010, 20:27
Shen Dao Shen Dao ist offline
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Hoi Nicole,


einfach dem unteren Link im obigen Posting folgen :-)




Zhuangzi, Innere Kapitel, zum Gebrauch von Fürsten und Königen, Abschnitt 3:



Namenlos (wu ming) sagte:

" Lass dein Herz im Ungeteilten (dan) wandern
und deinen Lebensatem eins werden mit dem Unendlichen (mo).
Folge der Natur (ziran) der Dinge (wu),
lass das Ich (si) nicht erscheinen (wu rong)
und die Welt wird geordnet sein."






Das Herz (Xin1)





ist in China nicht nur der Sitz der Gefühle (qing) wie Freude, Ärger, Trauer, Kummer, Schwermut, Angst und Furcht (die auch mit anderen Organen in Verbindung gebracht werden - siehe TCM) sondern der Ort des Denkens und Wollens. Deshalb wird Herz des öfteren mit "Mind" übersetzt oder mit "Bewusstsein". Beides trifft es aber nicht ganz. Das Herz (Xin) ist die Verbindung des Denkens, Fühlen und Wollens und so ergibt sich auch nicht die Spaltung wie im Westen, wo Herz (Gefühle), Hirn (Denken) und Bauch (Intuition) getrennt werden und sich (teils) gegenüberstehen. In China ist Denken auch Fühlen und wer mal intensiv gedacht hat oder bei wem sich die Gedanken im Kreise drehen etc., der weiss, dass es nur in den seltensten Fällen so etwas wie "reines Denken" gibt. Die genaueste Übersetzung ist vielleicht das Kompositum "HerzGeist".


Die daoistischen Schriften sprechen immer wieder vom "Leeren des Herzens" (xu xin), vom Fasten des Herzens, vom Klar und Still Werden des Geistes (Shen). Shen hat seinen Sitz im Herzen und nur wenn das Herz ruhig wird, dann kann auch der Geist seine Klarheit und Stille zeigen. Shen (Geist) [später auch als "yuan shen" bezeichnet, als "ursprünglicher Geist" ) hat Anschluss an das Dao, Shen ist das, was Yin und Yang nicht zwingen können, verweist somit auf die Einheit mit dem Dao, im Dao. In der Tang - und Song Zeit gab es einen ganzen daoistischen Literaturzweig - die Qing (klar) Jing (still) Literatur und auch eine Schrift, die sehr bekannt ist: Das Qing Jing Jing - der Klassiker von der Klarheit und der Stille.





Das "Fasten des Herzens" braucht beständige Übung.

Üben sollte man es sowieso und zwar gar nicht für so etwas Spassiges wie Judo oder Schach oder Bowling sondern für das Leben und Zusammen- leben, denn nur De (Taugen und Können, die Tugend des Weisen) kann Dao in der Gemeinschaft schützen und bewahren. Ohne einen leeren HerzGeist gibt es aber keine Verbindung zu Dao und De, weil einem sozusagen das Wollen, das Denken und das Fühlen (die um das Ich kreisen) Dao und De "verstellen". Oder denk nur an ein Gespräch oder an die Beziehung zwischen Mann und Frau oder auch an Situationen in Beruf und Öffentlichkeit. Mit einem leeren Herzen verschwindet auch die Angst (vor dem Verletzt werden, vor dem Scheitern etc) und die Welt öffnet sich.


Schöne Grüsse,



.

Geändert von Shen Dao (19.02.2010 um 20:31 Uhr).
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  #164  
Alt 19.02.2010, 20:40
suifeng suifeng ist offline
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Lächeln

Danke Shen!

Und wie leerst du deinen HerzGeist vor dem Kampf?

LG
Nicole
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  #165  
Alt 19.02.2010, 23:29
Shen Dao Shen Dao ist offline
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Hallo Nicole,


Ich mache ein paar tiefe Atemzüge und denke an nichts.

Das macht mich still und klar.

So einfach geht das.








.

Geändert von Shen Dao (31.03.2010 um 23:11 Uhr).
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  #166  
Alt 19.02.2010, 23:46
suifeng suifeng ist offline
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Hey Shen!

Dann denkst du zumindest ans Atmen oder bist dir der Atemzüge bewusst? Sonst würdest du das tiefe Atmen nicht erwähnen.

Das "da sein" kenne ich natürlich, aber auf viele Bereich im Leben bezogen.

VG
Nic
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  #167  
Alt 19.02.2010, 23:53
Shen Dao Shen Dao ist offline
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Hallo Nicole


Ich denke vor dem tief Atmen ans Atmen,
wenn ich dann tief atme,
dann bin ich der tiefe Atem.


Bis tief zur Mitte runter -
aber ohne eine Technik.


Das ist sehr entspannend,
macht den HerzGeist frei,
die Muskeln locker
und ausserdem saugt es jede Menge O2.



.
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  #168  
Alt 19.02.2010, 23:56
suifeng suifeng ist offline
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DAS kann ich gut nachvollziehen ! Danke Shen!
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  #169  
Alt 26.02.2010, 08:03
Shen Dao Shen Dao ist offline
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Schade, dass man hier nur schreiben darf, was gewünscht wird.


.

Geändert von Shen Dao (31.03.2010 um 23:10 Uhr).
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  #170  
Alt 26.02.2010, 16:44
Shen Dao Shen Dao ist offline
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Mein Judo Lehrer ist sehr gut.

...

Geändert von Shen Dao (31.03.2010 um 23:08 Uhr).
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  #171  
Alt 03.03.2010, 23:19
Shen Dao Shen Dao ist offline
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Heute war die nächste Runde der Mannschaftsmeisterschaft.



Geändert von Shen Dao (31.03.2010 um 13:08 Uhr).
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  #172  
Alt 20.04.2010, 22:51
Shen Dao Shen Dao ist offline
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Wir hatten hier die Landes - Meisterschaften


und die Ergebnisse meiner Übungsgruppe waren sehr gut:


bis 60kg: 1. Jugend und Junioren
bis 66kg: 1. Jugend und Junioren und 3. Elite
bis 73kg: 1. Junioren und 2. Elite
bis 90kg: 1. Elite

Ich wurde 3. in meiner Kategorie


Waren von den Schülern über die Jugend bis zu den Veteranen an die 350 Kämpfer.

War mal interessant, einen Querschnitt zu sehen von den Kleinsten bis zu den Ältesten.
Witzig war ein "Zwerg" von in etwa einem Meter und ungefähr sechs Jahren,
der alle seine Kämpfe innert Sekunden mit Seoi Nage beendete,
wo seine Gegner meist einen Kopf grösser und zwei Jahre älter waren als er.

http://www.jssm.org/combat/1/16/fig1.gif

Schöne Grüsse,

.
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  #173  
Alt 08.06.2010, 20:31
Shen Dao Shen Dao ist offline
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Noch ein Zwischenbericht vom Judo:


Ich habe bei den Mannschaftsmeisterschaften in der Hinrunde 3 Kämpfe verloren und 5 gewonnen. Es macht richtig Freude, vor allem wieder an Technik und an Kampferfahrung dazuzugewinnen. Mein Kampfstil wird wieder ökonomischer und ich kann mich gut auf meinen Stand und auf meine Reaktionsschnelligkeit verlassen. Die grossen Techniken wie Uchi Mata oder Harai Goshi oder O Soto Gari sind aber nach wie vor schwach. Das braucht noch eine Menge Arbeit. Ich gewinne meist durch Kontertechniken wie Ura Nage oder gelegentlich durch Soto Makikomi oder auch De Ashi Barei und Festhalter. Nichts Besonderes also. Wenn ich verliere, dann dadurch, weil mir die Puste ausgeht :-) Einer aus unserer Mannschaft wird bei der Jugend Europameisterschaft in Teplice teilnehmen. Das freut mich sehr.


.
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  #174  
Alt 01.09.2010, 22:54
Shen Dao Shen Dao ist offline
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Die "grossen Techniken" sind jetzt auch wieder da:

Heute habe ich beim Mannschaftswettkampf einen

Harai Goshi



wie Butter durchgeworfen.

Eine Rotation wie ein Ball ganz eng unter dem Schwerpunkt des Gegners durch:



Das sind die "schwerelosen Momente" im Judo.


Fundamentale Prinzipien im Judo





.
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  #175  
Alt 01.09.2010, 23:11
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Yama Arashi Yama Arashi ist offline
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Toll wie du den Ungarn(?) geworfen hast.
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Tugend will ermuntert sein, Bosheit kann man schon allein!
(W. Busch)
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  #176  
Alt 01.09.2010, 23:11
Shen Dao Shen Dao ist offline
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Anton Geesink, 10. Dan, ist kürzlich verstorben:


http://www.youtube.com/watch?v=BtyWMKs7dp0


Als ich 15 war,
hat Geesink mit seinen fast 2 Metern und in etwa 140kg
bei einem Judotrainingslager in Frankreich
mit mir Festhalter vorgezeigt.


Er war wirklich riesig und technisch unterschätzt.



Zitat:
Anton Geesink, a 6-foot-6 Dutchman who stunned Japan when he defeated Japanese opponents to win the 1961 world judo championship and capture a gold medal at the 1964 Tokyo Games, died Friday in Utrecht, the Netherlands. He was 76.

Associated Press
Anton Geesink holds the judo gold medal that he won in the 1964 Tokyo Olympics.
His death, at a hospital, was announced by the International Judo Federation.

In the 1961 world championships in Paris, Geesink, the European champion, defeated Koji Sone of Japan, the defending title holder.

That triumph, at the third judo world championship — Japanese athletes had won both previous titles — was a blow to Japan, where judo was developed as a form of self-defense in the 19th century.

“Japan took it as a reflection on the national honor when the world championship was won by a huge Hollander,” Robert Trumbull, the chief of The New York Times’s Tokyo bureau, wrote three years later, when Geesink was preparing to compete in Tokyo at the first Olympic Games to be held in Asia.

At Japan’s behest, the 1964 Summer Games, formally opened by Emperor Hirohito, included judo as an Olympic sport for the first time. Nearly half a million Japanese men and 420 women had been formally graded for varying degrees of expertise in judo at the time. So it was no surprise when the Japanese won gold medals in judo’s lightweight, middleweight and heavyweight divisions.

But Geesink, listed at 270 pounds, captured the prestigious open, or unlimited weight, class judo match, taking Japan’s Akio Kaminaga, 50 pounds lighter, to the mat a little more than nine minutes into their encounter. That Olympic gold automatically gave Geesink a second world championship as well, and was another blow to Japan’s self-image.

“Judo was not just a national sport, it symbolized the Japanese way — spiritual, disciplined, infinitely subtle; a way in which crude Western brawn would inevitably lose to superior Oriental spirit,” the British journalist Ian Buruma wrote in an article he later included in “The Missionary and the Libertine” (Random House, 2000), his book of reflections on the way the East and the West see each other.

“And here, in Tokyo, “a big, blond foreigner had humiliated Japan in front of the entire world,” Mr. Buruma pointed out. “It was as though the ancestral Sun Goddess had been raped in public by a gang of alien demons.”

Jim Bregman, who won a bronze medal as a member of the United States judo team at the Tokyo Games, told The Los Angeles Times that the entire Japanese judo team wept in its locker room after Geesink’s victory.

But Bregman said the Japanese had no cause to feel disgraced. He described Geesink as “a technical genius, very powerful, very fast judo player of consummate skill in a very large frame.”

Antonius Johannes Geesink was born in Utrecht on April 6, 1934. He won the first of his 21 European championships in 1952. He captured a third world championship in 1965, in Rio de Janeiro, and retired two years later.

Geesink wrestled professionally in Japan in the 1970s. But he devoted most of his efforts to teaching and popularizing judo.

He was the education director of the International Judo Federation in the late 1980s and was awarded Japan’s Order of the Sacred Treasure in 1997 for his contributions to judo.

Geesink was elected to the International Olympic Committee in 1987 and remained a member until his death. He was among 13 members investigated by the committee in connection with a vote-buying scandal arising from the Salt Lake bid committee’s ultimately successful campaign to have the I.O.C. award it the 2002 Games.

The I.O.C. issued a warning to Geesink to avoid appearances of a conflict of interest as a result of an unsolicited $5,000 check to a foundation bearing Geesink’s name drawn from the personal account of Thomas K. Welch, who had been president of the Salt Lake bid committee.

Geesink is survived by his wife, two daughters and a son.

At a gathering of judo students at the New York Athletic Club in Manhattan in 1972, Geesink’s supreme confidence shone through. When a student suggested it wasn’t always possible to grip an opponent in an ideal hold, Geesink bristled.

“You only become champion,” he said, “if you tell yourself: ‘This man is nothing for me. I grip you the way I want.’ ”
Quelle



.
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  #177  
Alt 02.09.2010, 10:30
Shen Dao Shen Dao ist offline
Diamantener
Kampfkunst: Judo
 
Registriert seit: 22.03.2009
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Standard

Die Nekrologe in den Zeitungen zum Tode Geesinks sind meist sehr oberflächlich.

Ich habe hier schon einmal auf das "Black Belt Magazine" hingewiesen,
in dem man 50 Jahre Budo nachschlagen kann.

Ein schöner Artikel über Anton Geesink ist in der

Märzausgabe von 1966, ab Seite 27


[das ist Seite 18, einfach ein wenig runterscrollen]

.

Geändert von Shen Dao (02.09.2010 um 10:33 Uhr).
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