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  #1  
Alt 10.02.2009, 14:01
Benutzerbild von Lin
Lin Lin ist offline
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Standard Sambo

http://de.wikipedia.org/wiki/Sambo

http://www.youtube.com/watch?v=KhOtJ...ext=1&index=28

http://www.youtube.com/watch?v=1Sc4-...ext=1&index=35

Eine recht effektive Kampfsportart, wie ich heute feststellen musste
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  #2  
Alt 10.02.2009, 14:04
Benutzerbild von Shin
Shin Shin ist offline
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Zitat:
Zitat von Lin Beitrag anzeigen
Du hast ein Probetraining absolviert ?


Viele grüße,
iron
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  #3  
Alt 10.02.2009, 14:13
Benutzerbild von Lin
Lin Lin ist offline
Wanderer
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So änlich. Ich mache praktikum und mein Chef hat mir etwas gezeigt.
Sie haben sehr viele gute Befreiungs- und Kontrollmaßnamen, ohne den anderen gleich zu töten . Vor allem Hebel am Handgelenk hat er mir jetzt demonstriert, aber davon habe ich leider kein Video gefunden.
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  #4  
Alt 10.02.2009, 18:46
Benutzerbild von sakura
sakura sakura ist offline
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hi zusammen,

schau mal hier ( klick ) steht auch noch was...
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  #5  
Alt 09.04.2009, 22:14
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Kaminka Kaminka ist offline
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so sehen also normale leute aus die sambo machen

hab bei mir im training jetzt so zwei richtige tiere,der eine hat im ersten sparring gleich einen unserer erfahrendsten boxer weggeknallt...hat vorher sambo gemacht die habe da ja auch irgendwie fausttechniken oder so?!

naja auf jeden fall sollte man nie seinen gegner unterschätzen...
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  #6  
Alt 10.04.2009, 18:54
Benutzerbild von sakura
sakura sakura ist offline
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Zitat:
Zitat von Kaminka Beitrag anzeigen
...,der eine hat im ersten sparring gleich einen unserer erfahrendsten boxer weggeknallt...hat vorher sambo gemacht die habe da ja auch irgendwie fausttechniken oder so?!

naja auf jeden fall sollte man nie seinen gegner unterschätzen...
oh haue haue ha !
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  #7  
Alt 16.02.2010, 12:36
Andreas Weitzel Andreas Weitzel ist offline
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Zitat:
Zitat von Kaminka Beitrag anzeigen
so sehen also normale leute aus die sambo machen

hab bei mir im training jetzt so zwei richtige tiere,der eine hat im ersten sparring gleich einen unserer erfahrendsten boxer weggeknallt...hat vorher sambo gemacht die habe da ja auch irgendwie fausttechniken oder so?!

naja auf jeden fall sollte man nie seinen gegner unterschätzen...
Die Leute haben möglicherweise Combat Sambo gemacht. Dort gibt es Tritte und Schläge.

Gruß
Andreas

PS: Ein Hinweis an den Moderator: Sambo gehört zum Grappling. Bitte verschieben. Danke!
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www.rma-systema.de www.andreas-weitzel.info
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  #8  
Alt 16.02.2010, 12:50
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Shin Shin ist offline
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Kampfkunst: Shaolin Chang Quan
 
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Zitat:
Zitat von Andreas Weitzel Beitrag anzeigen
Die Leute haben möglicherweise Combat Sambo gemacht. Dort gibt es Tritte und Schläge.

Gruß
Andreas

PS: Ein Hinweis an den Moderator: Sambo gehört zum Grappling. Bitte verschieben. Danke!

Okay danke
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  #9  
Alt 17.02.2010, 15:48
Puk Puk ist offline
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Zitat:
Zitat von Kaminka Beitrag anzeigen
so sehen also normale leute aus die sambo machen

hab bei mir im training jetzt so zwei richtige tiere,der eine hat im ersten sparring gleich einen unserer erfahrendsten boxer weggeknallt...hat vorher sambo gemacht die habe da ja auch irgendwie fausttechniken oder so?!

naja auf jeden fall sollte man nie seinen gegner unterschätzen...
nicht nur die aus dem Sambo kenne kaum leute aus dem Grappling/ MMA bereich die keine "Tiere" sind.
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  #10  
Alt 18.02.2010, 19:32
rambat rambat ist offline
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Besteht hier Interesse an einer wenigstens halbwegs fundierten, historisch weitgehend belegbaren Geschichte des Sambo?
Ich befasse mich nun schon seit ziemlich langer Zeit damit (genauer gesagt habe ich damit noch zu DDR-Zeiten angefangen).

Ich finde, Lukaschew und einige andere haben recht gut recherchierte Zusammenfassungen zur tatsächlichen Entstehung des Sambo verfaßt ...

FG
R.
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  #11  
Alt 18.02.2010, 19:43
Benutzerbild von Shin
Shin Shin ist offline
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Kampfkunst: Shaolin Chang Quan
 
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Zitat:
Zitat von rambat Beitrag anzeigen
Besteht hier Interesse an einer wenigstens halbwegs fundierten, historisch weitgehend belegbaren Geschichte des Sambo?
Ich befasse mich nun schon seit ziemlich langer Zeit damit (genauer gesagt habe ich damit noch zu DDR-Zeiten angefangen).

Ich finde, Lukaschew und einige andere haben recht gut recherchierte Zusammenfassungen zur tatsächlichen Entstehung des Sambo verfaßt ...

FG
R.

Gerne.


Liebe grüße,
Shin
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  #12  
Alt 18.02.2010, 23:30
rambat rambat ist offline
Lernender
Kampfkunst: Jûdô, Sambo, FMA
 
Registriert seit: 14.02.2010
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Ich habe den folgenden Beitrag bereits in einem anderen Forum veröffentlicht.
Etliche Dinge, die ich darin anspreche, wurden heftig angezweifelt - ohne jedoch belegen zu können, daß ich mich irren würde.

Es mag sein, daß mir bei meinen Recherchen Fehler unterlaufen sind. Sollte jemand solche Fehler finden, bitte ich um Korrektur - allerdings nur, wenn derjenige diese Korrekturen durch Belege aus zitierfähigen Quellen begründen kann.


Hier nun etwas zur Geschichte des Sambo.



Sambo – Wahrheit und Legende

Das Sambo scheint das Schicksal vieler anderer Kampfkünste zu teilen – kaum jemand kennt noch seine tatsächliche Geschichte.
Mythen überlagern bis heute die Fakten, und erstaunlicherweise besteht offenbar nur wenig Interesse, diese Mythen durch Tatsachen zu ersetzen.
Wenn heute von Sambo die Rede ist, dann versteht man darunter oftmals eine Art „russischen Ringkampf“. Man sieht das Sambo als eine kuriose Variante des Freistil-Ringens an, bei der die Sportler kurze Hosen, Ringerstiefel und feste Jacken tragen, die dem Jûdôgi ähnlich sind. Vielfach erschöpft sich darin auch schon das Wissen über Sambo.
Dabei würde es genügen, den Begriff Sambo zu übersetzen, um festzustellen, daß es sich mitnichten um eine Ringkampf-Sportart handelt. Der Begriff Sambo ist eine Abkürzung, eine Zusammenfassung der russischen Bezeichnung „Samozashchita Bez Oruzhiya“.
Dies bedeutet „Selbstverteidigung ohne Waffen“. Eine solche Selbstverteidigung aber – das wird wohl kaum jemand bestreiten können – muß natürlich wesentlich mehr umfassen als nur die Techniken des freien Ringkampfes.
Was also ist Sambo wirklich? Wie hat es ausgesehen, bevor man eine Ringkampf-Sportart daraus machte, und wer hat es überhaupt entwickelt?

In Werner Linds „Lexikon der Kampfkünste“ lesen wir dazu : „Sambo ist ein Ringkampf, beeinflußt aus dem alten mongolischen Ringen.“
Falsch!

Natürlich beinhaltet Sambo viele Ringkampftechniken, doch es enthält ebenso viele (im Wettkampf nicht zugelassene) Tritt- und Schlagtechniken!

Weiter schreibt Werner Lind : „Alle Völker der ehemaligen UdSSR üben sich im Sambo, auch wenn man in Grusinien von Tschidaoba, in Aserbaidshan von Pechlawan, in Moldawien von Trinta oder in Armenien von Kotch spricht.“
Falsch!

Sambo ist u.a. eine Synthese aus Elementen der erwähnten Kampfkünste. Die Kampfkünste Mittelasiens sind allerdings nicht das Gleiche wie Sambo!

Ärgerlich und indiskutabel für ein Werk, das sich „Lexikon der Kampfkünste“ nennt ist die Tatsache, daß Werner Lind nicht das geringste über die Entstehung des Sambo verlauten läßt. Während in seinem Buch der Vita jedes einzelnen japanischen und okinawanischen Karate-Meisters voluminöse Beiträge gewidmet sind, versäumt Lind in Bezug auf Sambo, relevante Informationen zu liefern.

Der Begründer des Sambo, ein russischer Geheimdienstoffizier namens Oschepkov, wird ebenso wenig erwähnt wie sein bekanntester Schüler, ein Mann namens Charalampiev.
Auch A.V. Spiridonov, der den Begriff Sambo erstmals prägte, wird nicht erwähnt.

Wie aber entstand nun jene Kampfkunst, die im Westen noch immer relativ wenig bekannt ist und um die sich Mythen und Legenden ranken?
Die Entstehung des Sambo wurde absichtlich mystifiziert und verschleiert – aus gutem Grund, wie man sehen wird.

Der Begriff Sambo wurde zu Beginn des I. Weltkrieges von einem Mann namens V. A. Spiridonov geprägt. Er verstand darunter eine Art des militärischen Nahkampfes für die Soldaten der russischen Armee. Spiridonov darf demzufolge als Pionier des Sambo gelten.
Das Verdienst, Sambo zu einer sehr ernstzunehmenden, komplexen Kampfkunst gemacht zu haben, gebührt jedoch einem anderen Mann.
Der eigentliche Gründer des Sambo ist nachweislich Vasily Sergejewitsch Oschepkov.

Oschepkov wurde im Dezember 1892 in Alexandrovski auf der Insel Sachalin geboren. (Die Insel Sachalin fiel an Japan, nachdem Russland den Krieg gegen Japan 1905 verloren hatte).
Dort besuchte er die Schule der russisch-orthodoxen Kirche, wo er auch die Möglichkeit hatte, Kodokan Jûdô zu trainieren. Diesem Training widmete er sich mit großem Eifer und wurde so erfolgreich, daß er als junger Mann ausgewählt wurde, am Training des Kodokan in Tokyo teilnehmen zu dürfen. Die Archive des Kodokan verzeichnen, daß Oschepkov am 29. Oktober 1911 erstmals direkt am Training des Kodokan teilnahm. Es mag heute erstaunlich anmuten, doch er wurde im Jûdô beinahe ebenso gründlich unterrichtet wie seine japanischen Mitschüler – eine absolute Ausnahme für die damalige Zeit.
Man muß dabei berücksichtigen, daß die allgemeine Auffassung der japanischen Jûdô-Meister in jenen Tagen besagte, daß es für einen Ausländer unmöglich sei, Jûdô zu verstehen und ebenso hart zu trainieren wie die Japaner.
Das Training war damals noch immer sehr von der Rivalität der Schulen des Jû Jutsu beeinflußt. Zwar hatte der Kodokan alle bisherigen Herausforderungskämpfe gegen andere Schulen gewonnen (außer gegen das Fûsen Ryû Jû Jutsu), doch noch immer mußten sich die Jûdô-Kämpfer den traditionellen Shin Ken Shobu (regellose Kämpfe, oft bis zum Tod eines Kontrahenten), den Herausforderungen anderer Schulen des Jû Jutsu stellen. Das Training war folglich härter als hart – es war grausam und völlig erbarmungslos.

Zudem war Oschepkov Russe – und damit sehr unbeliebt in Japan. Der Krieg gegen Rußland lag noch nicht so lange zurück ...
Oschepkov war, wie Aufzeichnungen verschiedener Meister des Kodokan belegen (schreibt Lukaschew), also kein Trainingspartner, mit dem man schonend umging, sondern ein verhaßter Ausländer – ein Feind.
Seine japanischen Trainingspartner machten sich anfangs einen Spaß daraus, ihm wiederholt Rippen und Arme zu brechen. Diese harten Lektionen jedoch formten ihn zu einem Jûdôka von geradezu unglaublichen technischen und kämpferischen Fähigkeiten.

In jenen Jahren vergab der Kodokan die Yudansha-Graduierungen auch an Japaner nur sehr sparsam, wie aus den Archiven des Kodokan hervorgeht. Wieviel schwieriger muß es für Oschepkov gewesen sein, die japanischen Meister von seinem Können zu überzeugen!
Dennoch erhielt er im Jahre 1914 den Shodan (1. Dan) im Kodokan Jûdô, und zwar aus den Händen von Kano Jigoro persönlich (schreibt Lukaschew unter Berufung auf die Archive des Kodokan).
Er war der erste Russe, der sich diese Graduierung erkämpfte.

Im Jahre 1917 legte er im Kodokan sogar die Prüfung zum Nidan (2. Dan) ab.

Nach dem I. Weltkrieg ging Oschepkov zurück nach Rußland.
Im Jahre 1921 wurde er Offizier der Roten Armee, einige Jahre später trat er der Tscheka (Geheimdienst) bei und wurde in Japan und vor allem in China eingesetzt.
In dieser Zeit studierte er verschiedene Stile der chinesischen Kampfkünste. So wird auch behauptet, daß er sich dem Bagua widmete. Belegen läßt sich das allerdings nicht.

1926 begab sich Oschepkov zurück nach Rußland, nach Wladiwostok, um dort den militärischen Nachwuchs im Jûdô auszubilden.
Von dort wurde er nach Nowosibirsk versetzt, wo er im Sibirischen Militärhauptquartier der Roten Armee als Spezialist für ostasiatische Sprachen arbeitete. Dort lehrte er auch seine Interpretation funktionaler, realistischer Selbstverteidigung. Er tat dies so erfolgreich, daß der Generalstab der Roten Armee auf ihn aufmerksam wurde.

Geheimdienstberichten zufolge bildete die japanische Armee ihre Offiziere und Soldaten in einer auf die Bedürfnisse des Militärs zugeschnittenen, sehr brutalen Art des Jûdô (Gedan-Jûdô) aus.
Dem gedachte die Rote Armee ein mindestens gleichwertiges Nahkampfsystem entgegenzusetzen.
Oschepkov, der verschiedene Vorführungen gab und dabei ernsthaft getestet wurde (die Messer und Bajonette der Angreifer waren scharf und wurden rücksichtslos eingesetzt in der Absicht, Oschepkov ernstlich zu verletzen, erklärt Lukaschew) verschaffte sich und seiner Kampfmethode schnell und sehr eindrucksvoll großen Respekt.

Der Brigadegeneral Boris Sergejewitsch Kalpus erteilte Oschepkov im Jahre 1927 den Auftrag, ein entsprechendes Nahkampfsystem für die Soldaten der Roten Armee auszuarbeiten. Oschepkov übernahm dafür den von Spiridonov geprägten Begriff Sambo.
In dieser Zeit gab Oschepkov auch ein detailliertes, mit sehr exakten Zeichnungen versehenes Handbuch heraus. Darin ging er u.a. ausführlich auf den Bereich der Fußtritte und Kniestöße ein – etwas für die damalige Zeit unerhört Neues.

Oschepkov lehrte seine Schüler den absolut regellosen Freikampf. Da war es verständlich, daß der Bereich der Fußtritt- und Kniestoßtechniken ebenso wenig fehlen durfte wie der Bereich des Bodenkampfes.
Um das Training verletzungsarm zu gestalten, übernahm Oschepkov etwas, das er im Kodokan kennengelernt hatte, nämlich schützende, vorn offenen Boxhandschuhen ähnelnde Polster für Hände und Füße.

Oschepkov ging (zu Recht) davon aus, daß sich die Fähigkeiten der Selbstverteidigung beträchtlich steigern lassen, wenn sie auf einem stabilen, sportlichen Fundament beruhen.
Sport an sich muß sich an Regeln orientieren und ist daher in seinen Möglichkeiten beschränkt.
Doch mit regelkonformen sportlichen Wettkämpfen kann man dennoch nützliche Fähigkeiten trainieren wie z.B. Schnelligkeit, Ausdauer, schnelles Orientieren in rasch wechselnden Situationen und ökonomisches Verhalten auch unter enorm streßbelasteten Umständen.
All dies braucht man in einer realen Kampfsituation, wenn man überleben will.
Der sportliche Wettkampf nach Regeln darf allerdings nicht mehr sein als das – ein Hilfsmittel, um jene obenstehend genannten Fähigkeiten zu entwickeln und zu schulen!

Oschepkov entdeckte also die Erkenntnisse Kano Jigoros sozusagen noch einmal. Allerdings konnte er sich – da er von den Erfahrungen und Lehrmeinungen des Kodokan abgeschnitten war – ungehindert entfalten und das Sambo allein an den ihm wichtig erscheinenden Erfordernissen ausrichten.
Lukaschev schreibt dazu, daß das Kodokan Jûdô der frühen dreißiger Jahre begann, zu erstarren, seine Kampfkraft zu verlieren und hinter den rigiden Schranken der japanischen Gesellschaft zu versinken.
Das ist so nicht richtig, denn Lukaschev übersieht dabei, daß Kano in jener Zeit verzweifelt bemüht war, zu verhindern, daß der Kodokan vom japanischen Militär vereinnahmt und zu einer Militärakademie umfunktioniert wurde. Das ging sogar so weit, daß Kano sich nicht anders zu helfen wußte, als den Kodokan offiziell 1937 zu schließen.

Da Oschepkov keine Verbindung mehr zum Kodokan hatte, blieb es nicht aus, daß er in Bezug auf das Kodokan Jûdô nicht auf dem laufenden war. Daher ist es verständlich, daß er 1931 schreibt : „ ... der Kodokan hat keine Abteilung, welche sich mit der Entwicklung körperlicher Übungen beschäftigt ... es ist jedoch unmöglich, den menschlichen Organismus ohne spezielle körperliche Übungen zu entwickeln.“
Nun, Oschepkov irrte sich. Ich verweise in diesem Zusammenhang z.B. auf die von Kano Jigoro geschaffene Kata „Seiryoku Zenyo Kokumin Tai Iku“. Der Name dieser Kata lautet übersetzt „Nationale Ertüchtigungs- (Übungs-) Form nach dem Prinzip der maximalen Wirkung bei minimalem Aufwand an Energie“.
Kano verstand sein Jûdô auch als System er Leibeserziehung ...

Zudem sei darauf verwiesen, daß sämtliche Kata des Kodokan Jûdô auch und vor allem der Entwicklung körperlicher Fähigkeiten dienen. Erst die durch die Kata zu erlangenden körperlichen Fähigkeiten nämlich befähigen den Ausübenden, sich allmählich auch den weiterführenden, spirituellen Inhalten jener Formen zuzuwenden.
Diese spirituellen Inhalte wiederum sind nichts Abgehobenes, sondern befördern ganz konkret das Verständnis grundlegender (auch physikalischer!) Zusammenhänge. Dies wiederum wirkt sich direkt auf die Kampfkraft des Jûdôka aus ...

Man darf getrost davon ausgehen, daß Oschepkov diese Art zu denken fremd war.
Die Meister des Kodokan haben ihn wohl auch nicht mit dieser so entscheidenden Art, sich dem Jûdô zu nähern, vertraut gemacht.

Wenn Lukaschev heute behauptet, daß die japanischen Jûdô-Meister jener Zeit keine erwähnenswerten Methoden der körperlichen Ertüchtigung kannten, muß man ihm widersprechen.
Es muß die Frage erlaubt sein, wieso das Training im Kodokan als so überaus hart und anstrengend galt ...?
Die Fähigkeit, derartig harte Sparringskämpfe durchzustehen, mußte ja irgendwoher kommen. Ohne hartes körperliches Training und ohne spezielle, diesen Erfordernissen angemessene körperliche Ertüchtigung (nicht Krafttraining!) hätte kein Jûdôka die notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln können.
Lukaschev erweist sich hier in der Beurteilung des Jûdô nicht gerade als Fachmann ...

Oschepkov wiederum konnte zu seiner Zeit mit Sicherheit den Wert der verschiedenen Kata des Kodokan als physische Übung nicht erkennen. Er war wohl zu fixiert auf das, was in Europa unter dem Begriff der „Körperertüchtigung“ oder auch „Gymnastik“ verstanden wurde. Lukaschev verfällt heute leider in den selben Irrtum.

Kano Jigoro aber hatte schon 1899 geschrieben : „Gymnastische Übungen, die keinen anderen Zweck verfolgen als eben die körperliche Ertüchtigung, sind so gut wie wertlos. Besser ist es, diese Übungen so zu gestalten, daß sie mindestens noch einen weiteren Zweck erfüllen – nämlich gezielt die Kampfkraft des Ausübenden zu steigern ...“

Oschepkov entfernte aus dem, was er in Japan gelernt hatte, alle ihm „antiquiert“ erscheinenden Formen und Bewegungen. (Kommt uns das vertraut vor?)
Das ist verständlich, denn er hatte keinerlei Bezug z.B. zu den Techniken des Schwertkampfes, auf denen viele Bewegungen des Kodokan Jûdô beruhen.
Es muß davon ausgegangen werden, daß Oschepkov niemals in den Waffentechniken (Buki-Waza) des Kodokan Jûdô unterrichtet wurde.
Auch hatte er niemals Zugang zu jener Abteilung des Kodokan, die Kobûdô Kenkykai genannt wurde - diese wure nämlich erst 1928 gegründet.
(Dort trainierten die Meister des Kodokan, und dort flossen die Erkenntnisse aus mehr als 21 verschiedenen Ryû-ha der japanischen Koryû Bugei in die Lehrmethoden des Kodokan ein. Dort entwickelte Kano zusammen mit seinen besten Schülern jene Methoden des Jûdô, mit deren Hilfe man sich als Jûdôka auch gegen westliche Boxer und Ringer durchsetzen konnte. Wie erfolgreich diese Methoden waren, hat Mitsuro Maeda, ein Schüler von Kano Jigoro, ab 1904 in Amerika demonstriert, wo er in über 1000 (!) regellosen Kämpfen siegte.)

Oschepkov ging mit eigenen Methoden konsequent seinen eigenen Weg der Kampfkunst, seine Wurzeln allerdings sind nachweisbar im Kodokan Jûdô zu suchen.

Oschepkov erweiterte das Spektrum der Techniken des Sambo um die effektivsten Bewegungen aus den mittelasiatischen Kampfkünsten und folgte damit eigentlich dem Grundsatz Kano Jigoros, daß eine praktikable Kampfkunst niemals als geschlossenes System angesehen werden darf.

Lukaschev schreibt nun in seinem Beitrag, daß Oschepkov in den Bodenkampf des Sambo die Beinhebel eingeführt habe, die ja im Jûdô nicht enthalten gewesen seien.
Lukaschev meint, damit die Genialität Oschepkovs eindeutig zu belegen. Leider irrt er an dieser Stelle.
(Einmal mehr verwechselt Lukaschev unzulässigerweise das erst nach 1947 entstandene, sportliche Wettkampf-Jûdô mit dem authentischen Kodokan Jûdô von Kano Jigoro. Oschepkov muß in Japan zwangsläufig mit den Anhängern des den Bodenkampf stark betonenden Kosen-Jûdô in Kontakt gekommen sein. Zudem waren im Bodenkampf des Kodokan Jûdô schon immer alle Techniken enthalten, die praktikabel und nützlich waren. Oschepkov kann also unmöglich den Bodenkampf des Jûdô „verbessert“ haben, indem er Beinhebel einführte ...)

Es ist Oschepkov jedoch hoch anzurechnen, daß er jede Technik, ganz gleich, aus welchem Kampfsystem sie auch stammte, immer und ausschließlich unter dem Aspekt der Anwendbarkeit im regellosen Ernstfall sah. Er trug die besten und wirksamsten Kampfmethoden Europas und Mittelasiens zusammen und schuf daraus eine sehr ernstzunehmende Kampfkunst.
Sein Sambo, basierend auf dem authentischen Kodokan Jûdô, wurde zu Beginn der dreißiger Jahre erweitert um die Erkenntnisse des amerikanischen und europäischen Freistil-Ringens, des englischen und französischen Boxens, um die besten Griffe des aserbaidshanischen Pechlevan, des armenischen Kotch, des grusinischen Tschidaoba, des turkmenischen Guljesch, des moldawischen Drinha, des usbekischen Kurasch und um die Techniken verschiedener chinesischer Systeme. Selbstverständlich hat Oschepkov diese Kampfstile auch selbst trainiert, in welcher Intensität ist allerdings nicht bekannt.

Sambo entwickelte sich zu einer (technisch) umfassenden, sehr effektiven Kampfkunst.
Bedauerlicherweise aber wollte oder konnte Oschepkov mit dem Aspekt der über die bloße Technik hinausreichenden Selbst-Erkenntnis und Selbst-Erziehung, wie sie bspw. von Kano Jigoro im Jûdô propagiert wurde, nicht das geringste anfangen.
Das Sambo von V. S. Oschepkov enthält keinerlei in diese Richtung zielenden Lehrinhalte.

Oschepkov leitete ab 1932 das Institut für Körpererziehung in Moskau. Seine wichtigsten Schüler dort waren Kuzovlev, Sidorov, Galkovskii, Skolnikov, Vasiliev und natürlich A. Charalampiev.
Letzterer unterrichtete in Leningrad und Moskau und sollte bald eine unrühmlich Rolle spielen.

Im Jahre 1937 rollte die erste große Terrorwelle über die Sowjetunion hinweg. Stalin, der sich von Feinden umgeben glaubte, ordnete radikale „Säuberungen“ an. Hunderttausende fielen diesem sinnlosen Terror zum Opfer.
Auch V. S. Oschepkov geriet in das Visier des NKWD (= sowjetischer Geheimdienst). Er war verdächtig, weil er in den zwanziger Jahren im Ausland gewesen war – in Japan, in China ...
Er wurde verhaftet und sollte gestehen, eine Verschwörung gegen den Sozialismus und gegen den Genossen Stalin angezettelt zu haben.
Er sollte gestehen, ein Agent der japanischen Imperialisten zu sein.
Es existiert noch das Fragment einer Akte des NKWD über seine Verhaftung. (USSR. NKWD. Moskauer Gebietsgericht. Fall Nr. 2641 Oschepkov, Verhaftung nach Artikel 58 Absatz 6 des Russischen Strafgesetzbuches). Dort ist zu lesen, daß „... der Bürger Oschepkov, Vasily Sergejewitsch, als japanischer Agent entlarvt wurde.“

In der Nacht vom 1. zum 2. Oktober 1937 wurde er vom NKWD verhaftet und kam zehn Tage später unter noch immer ungeklärten Umständen ums Leben. Als offizielle Todesursache wurde Angina pectoris angegeben.
Seine Schüler taten daraufhin, was sie tun mußten – sie distanzierten sich öffentlich und vehement von ihm. Damit erkauften sie sich ihr Leben, und es wäre anmaßend, sie deswegen verurteilen zu wollen.

Der Name Oschepkov wurde nunmehr aus allen das Sambo betreffenden Veröffentlichungen und Verlautbarungen entfernt. Fotografien wurden retuschiert, um Oschepkovs Gesicht darauf unkenntlich zu machen oder ganz verschwinden zu lassen.
Sambo war damals außerhalb der Sowjetunion vollkommen unbekannt, daher war diese Geschichtsfälschung ohne weiteres möglich – und sie war erfolgreich.
Oschepkovs Schüler Charalampiev wurde als der Begründer des Sambo ausgegeben. Es zeugt nicht eben von Charakter, daß Charalampiev sich darauf einließ und in den folgenden Jahren kräftig am eigenen Mythos strickte.

Die japanischen Wurzeln des Sambo wurden mit dem Namen Oschepkov getilgt und gerieten schnell in Vergessenheit.
Es war den Russen unmöglich, zugeben zu können, daß sie die Grundzüge des Sambo aus dem Kodokan Jûdô entlehnt hatten. Der Sozialismus konnte alles viel besser als der Kapitalismus – das mußte auch für die Kampfkunst gelten.
Sambo galt nun in der offiziellen Propaganda als „ur-sowjetisches“, zu Ehren des großen Stalin geschaffenes Kampfsystem, entwickelt von aufrechten sowjetischen Kommunisten mit dem Genossen Charalampiev an der Spitze. Grundlage des Sambo waren nunmehr offiziell die „alten russischen Ringkampfkünste“.

1938 wurden die ersten All-Sowjetischen Meisterschaften im Sambo ausgetragen – in Moskau.
Dort fand gleichzeitig auch eine Versammlung der wichtigsten Aktiven und Lehrer des Sambo statt.
Auf dieser Versammlung durfte Charalampiev mit dem Segen der Partei ungerührt verkünden, man habe soeben die Schaffung eines neuen, sowjetischen Kampfsystems namens Sambo miterleben dürfen, dessen Schöpfer er selbst sei.
Es spielte dabei keine Rolle, daß in dieser Versammlung Leute saßen, die gemeinsam mit Oschepkov jahrzehntelang an den Grundlagen des Sambo gearbeitet hatten und gewiß über bessere Kenntnisse dieses Kampfsystems verfügten als Charalampiev.
Die Partei hatte beschlossen, was als Wahrheit zu gelten hatte, und es wäre glatter Selbstmord gewesen, dagegen aufzubegehren.

Gewiß hatte Charalampiev Verdienste um das Sambo aufzuweisen – das macht es ja bis in unsere Tage so schwer, die damals verkündeten Lügen als solche zu erkennen. Selbst das noch von Oschepkov persönlich verfaßte Handbuch des Sambo wurde schamlos Charalampiev zugesprochen!
Doch es gab und gibt einige Ungereimtheiten, die dem aufmerksamen Beobachter die damaligen Lügen offensichtlich werden lassen.

So wurde behauptet, daß Charalampiev zu Beginn der zwanziger Jahre durch Mittelasien reiste, um die dortigen Kampfkünste zu studieren und in das Sambo zu integrieren.
Charalampiev selbst behauptete stets, er habe von N. Podvoiski, einem Helden der Oktoberrevolution, im Jahre 1922 den Auftrag dazu erhalten. Diese Geschichte wurde in den sechziger Jahren in der Sowjetunion sogar verfilmt! (Deutscher Titel „Der Unbesiegbare“).

Allerdings ist diese Geschichte vollkommen erfunden.
Charalampiev war 1922 gerade mal 15 Jahre alt.
Es will nun doch etwas unglaubwürdig erscheinen, daß er in diesem zarten Alter bereits im Auftrage des heldenhaften Genossen Podvoiski durch den wilden Kaukasus reiste und allüberall Kämpfe bestritt, die er noch dazu allesamt gewann!
Dennoch wurde aus einem Mythos eine scheinbar unangreifbare historische Tatsache.

Es ist sehr bedauerlich, daß die unbestrittenen kämpferischen Fähigkeiten Charalampievs seine menschlichen Qualitäten offenbar weit überstiegen. Auch nachdem der Name Oschepkovs Anfang der siebziger Jahre reingewaschen und rehabilitiert worden war, blieb Charalampiev eisern dabei, der alleinige Begründer des Sambo zu sein.

Viele Anhänger des Sambo können sich bis heute einfach nicht vorstellen, daß eine solch große und grobe Fälschung der tatsächlichen Geschichte möglich gewesen sein soll. Verbissen halten sie darum am makellosen Bild ihres Idols Charalampiev fest und schimpfen jeden einen Lügner, der dieses Bild korrigieren will.
Nur langsam setzt sich in Rußland die Erkenntnis durch, daß die Geschichte des Sambo wohl neu geschrieben werden muß ...
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  #13  
Alt 19.02.2010, 01:00
Benutzerbild von Yama Arashi
Yama Arashi Yama Arashi ist offline
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Nachdem ich deinen Text las, kam mir vieles wieder in Erinnerung. Hatte den vor ein paar Jahren schonmal gelesen (hier:
http://www.mma-verband.de/blog2/blog..._anz.jsp?ID=74)

Was die so an Stalin und Lenin Bildern gefaelscht haben weiss ja jeder. Hier ein Beispiel wie am Foto von Flaggenhissen in Berlin manipuliert wurde, http://www.spiegel.de/netzwelt/gadge...667710,00.html
Bilderfaelschung gibt es nicht erst seit Photoshop. Wenn mans genau nimmt gibt es Faelschung von Bildern schon seit den Aegyptern (waren nur keine Fotos)
Keine Ahnung warum, man die Moeglichkeit solcher Methoden gerade in KK anzweifeln sollte?

Rambat, Danke fuer den Text, war auch beim zweiten mal lesen wieder sehr aufschlussreich.
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Tugend will ermuntert sein, Bosheit kann man schon allein!
(W. Busch)
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